Eltern-Kind-Konflikte: Definition, Ursachen und Entwicklung
Begriffsbestimmung und Problemumfang Unter einem Eltern‑Kind‑Konflikt verstehe ich wiederkehrende, wahrnehmbare Auseinandersetzungen zwischen einer oder mehreren erwachsenen Bezugspersonen und einem Kind oder Jugendlichen, bei denen es um Bedürfnisse, Erwartungen, Grenzen oder Verhaltensnormen geht. Solche Konflikte können verbal, nonverbal oder in Form von Verhaltensweisen (z. B. Trotz, Verweigerung, Bestrafung, Rückzug) auftreten und reichen vom kurzfristigen Machtkampf bis zu länger andauernden, eskalierenden Beziehungsspannungen. Entscheidend ist, dass es dabei um interaktionelle Prozesse geht — also nicht nur um ein einmaliges Fehlverhalten eines Kindes, sondern um Muster von Reaktion und Gegenreaktion, die das Zusammenleben belasten. Wesentliche Abgrenzungen sind nötig: Normale entwicklungsbedingte Konflikte (z. B. […]
Grenzen geben Kindern Sicherheit und fördern Selbstkontrolle
Bedeutung von Grenzen Psychologische und soziale Funktionen für Kinder Grenzen erfüllen für Kinder zentrale psychologische Funktionen: Sie geben Sicherheit und Vorhersagbarkeit in einer oft überwältigenden Welt. Wenn Kinder wissen, was erlaubt ist und was nicht, reduzieren sich Unsicherheit und Angst; das schafft Raum für Vertrauen — zu sich selbst, zu den Bezugspersonen und zur Umwelt. Klar formulierte Grenzen helfen außerdem beim Aufbau von Selbstkontrolle und innerer Ordnung: Durch wiederholte Erfahrung von äußeren Grenzen lernen Kinder, ihre Impulse zu regulieren und schrittweise eigene Regeln zu entwickeln. Auf sozialer Ebene vermitteln Grenzen die Grundlagen des Zusammenlebens. […]